100. Vereins-GV

Verein feierte 100 Jahr Jubiläum

Seine 100. Generalversammlung beging der Solothurner Schreinermeister-Verband gestern Freitag im Bally-Lab von Schönenwerd. Zahlreiche Gäste und ein festlicher Rahmen prägten das von der Gruppe Niederamt organisierte Schreiner-Jubiläum.

In seinem Lob auf den jubilierenden Kantonalverband nahm der Zentralpräsident des Verbandes schweizerischer Schreinermeister und Möbelfabrikanten (VSSM), der Luzerner CVP-Nationalrat Ruedi Lustenberger, das Motto «Geld und Geist» des Schreinertages vom letzten November in Solothurn auf: «Wir haben heute in der Schweiz Wirtschaftsführer, die lieber auf einen Teil Geist verzichten als auf einen Teil Geld, das ihnen vielleicht nicht einmal ganz zusteht.» Auch Evi Staubli, Direktorin der VSSM-Zentrale in Zürich, hielt fest, die von der Solothurner Sektion organisierten Schreinertage hätten über die Kantonsgrenzen Eindruck gemacht.

Augenmass bei der Steuerpolitik

Volkswirtschaftsdirektorin Esther Gassler bekannte sich zur Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Der Auftrag, die Steuerpolitik zu überprüfen, sei klar, doch wolle der Regierungsrat nicht Eintagsfliegen nachrennen. Augenmass sei auch bei den Arbeitsmarktkontrollen gefragt: Korrekte, aber massvolle Kontrollen lägen im Interesse einer lebendigen Sozialpartnerschaft. Den Schreinermeistern dankte die Regierung besonders für ihr Engagement in der Lehrlingsausbildung. Mit Ständerat Ernst Leuenberger, den Nationalräten Elvira Bader und Walter Wobmann, Kantonsratspräsident Herbert Wüthrich sowie den Spitzen des Amts für Berufsbildung, des kantonalen Gewerbeverbandes und befreundeter Verbände war eine lange Reihe von Gästen der Einladung ans Schreiner-Jubiläum gefolgt.

Eine besondere Ehrung erfuhr alt Nationalrätin Ruth Grossenbacher, die ab 1993 als Präsidentin die Stiftung Schreinerschule Solothurn mit aufbauen half und dieses Präsidium 2003 an Ruedi Nützi (Wolfwil) übergab. In ihren Dankesworten lobte sie die Pionierleistung der Schreinerschule, die schon über 100 verunfallte Schreiner wieder ins Berufsleben integrieren konnte. Für seinen Einsatz geehrt wurde auch der Geschäftsführer des kantonal-solothurnischen Gewerbeverbandes (KGV), Kantonsrat Andreas Gasche (Oekingen). Er unterstrich, dass die an der GV der Solothurner Handelskammer erhobenen Forderungen zur Steuerpolitik (vgl. gestrige Ausgabe) auch diejenigen des KGV seien.

Kassensituation bereinigt

Wie Präsident Thomas Ryffel (Solothurn) in seinem Jubiläums-Jahresbericht erwähnte, sind im kantonalen Verband derzeit 100 Schreinerei-Betriebe im Kanton Solothurn zusammengefasst. Diese erwirtschaften mit rund 1000 Mitarbeitenden einen Jahresumsatz von etwa 170 Millionen Franken. Sie bereiten innert je vier Jahren 140 Lehrlinge auf einen Beruf des Schreinergewerbes vor. 2005 erlangten 24 Jungschreiner/-innen ihre Diplome. Den 2006 in Kraft getretenen neuen GAV lobte Ryffel als alltagstaugliches Vertragswerk. Die bisher von der Unia durchgeführten Baustellenkontrollen sollen künftig durch den Verein Arbeitskontrollstelle Solothurn paritätisch ausgeführt werden.

Quelle: SZ digital, CHRISTIAN VON ARX